Mo, 29.06.: PRAWN / HINDSIGHTS / BRIGHTR


Einlass: 20:00 Uhr
Beginn: 20:30 Uhr
Eintritt: 8-10 Euro

Der Hype um Emo-Bands scheint weiterhin ungebrochen zu sein. MINERAL, KNAPSACK, SAVES THE DAY – die großen Helden der Neunziger locken mit ihren Reunion-Shows hunderte in die Hallen; BRAID haben sogar eine neue Platte aufgenommen und auch AMERICAN FOOTBALL konnten sich nicht länger zurückhalten als der Spirit des Midwest-Emo-Sounds seinen zweiten Frühling erlebte. Im musikhistorischen Rücken all dieser Granden formierte sich in den Staaten in letzten Jahren jedoch auch eine frische Riege Bands, die den Weg für das Revival dieser Szene überhaupt erst ebneten. Eine Szene deren Fixpunkt vor allem auch das Indie-Labels Topshelf Records geworden ist. Irgendwo zwischen Indie, Punk und Emo finden sich hier unter einem Dach Klassiker wie THE JAZZ JUNE und aktuelle Überflieger wie TIGERS JAW, THE WORLD IS A BEAUTIFUL PLACE…, INTO IT. OVER IT und PRAWN zusammen. PRAWN, gegründet 2007 irgendwo in New Jersey, touren jetzt zum zweiten Mal mit ihrem teils rhythmisch komplexen, aber immer melodischen Emo-Rock durch Europa. In den liebevoll arrangierten Stücken der Band sind mit Trompete und Cello BROKEN SOCIAL SCENE-Versatzstücke und fransige MODEST MOUSE-Gitarren zu entdecken. Begleitet werden PRAWN von HINDSIGHTS, quasi dem britischen Ableger eines Alternative-Rock-Sounds, der seine Wurzeln in einem von Punk sozialisierten Emo-Core hat und es in Form von TITLE FIGHT kürzlich sogar bis auf das höchst renommierte Primavera Sound Festival in Barcelona geschafft hat. Eröffnet wird das Konzert vom UK-Singer-Songwriter BRIGHTR.

Fr 12.06.: MANTAR / WIEGEDOOD / TREHA SEKTORI


Einlass: 20:00 Uhr
Beginn: 20:30 Uhr
Eintritt: 10 Euro

MANTAR sind nur zu Zweit und brauchen lediglich Drums, Gitarre und Vocals um zu klingen, wie fünfköpfige Bands es kaum zu Stande bekommen. Musik muss nicht immer angenehm sein, sie muss intensiv sein, das wussten auch schon die MELVINS. MANTAR kehren mit prügelnden DARKTHRONE-Beats, dunklen Melodien und Schwärze das Tiefste der menschlichen Seele an die Oberfläche. So weit, so finster. Das Hamburger Metal-Duo katapultierte sich mit seinem Debut „Death By Burning“ in kürzester Zeit in die A-Liga der Metal-Welt und folgte nicht nur Einladungen zum legendären Roadburn, sondern unter anderem auch bis nach Norwegen um das Line-Up des renommierten Oya-Festivals zu bereichern. Im Festival-Sommer 2015 spielt die Band jetzt ein exklusives Club-Konzert in Darmstadt. Flankiert werden MANTAR dabei von WIEGEDOOD, der neuen Black-Metal-Lawine aus Gent, dem Epizentrum der europäischen Metal-Hardcore-Szene. In der flämischen Stadt liegt die brodelnde Wiege von AMENRA, OATHBREAKER und RISE AND FALL, die allesamt international als Ausnahme-Bands rezipiert werden. Im nihilistischen Trio WIEGEDOOD haben sich jetzt Musiker aus eben diesem kreativen Kollektiv zusammengefunden. Das Auge dieser Sturmfront bildet an diesem Abend TREHA SEKTORI. Das Ein-Mann-Projekt lässt die Grenzen von visueller und akustischer Performance verschwimmen, wenn sich Ambient-Drone-Klänge über düstere Bilder legen.

Sa 30.05.: ANDREW JACKSON JIHAD (solo & acoustic) / TIGERYOUTH / HENRI PARKER


Einlass: 21:00 Uhr
Beginn: 21:30 Uhr
Eintritt: 8-10 Euro

Ja, der Bandname ist verdammt schräg – und unkonventionell. Aber so sind ANDREW JACKSON JIHAD nun mal: schräg und unkonventionell. Die Band mit Wurzeln in der DIY-Punk-Szene zwischen Folk und Punk um Songwriter und Texter Sean Bonette ist bekannt dafür quirlige Americana-Songs zu Schrammeln, die jedoch ernste, politische, gesellschaftskritische, persönliche, ja gar existenzialistische Themen adressieren. Hier werden wirklich die Höhen und Tiefen, die Ängste und Freuden des Menschseins verhandelt – und in Titel wie „Getting Naked, Playing with Guns“, „Kokopelli Face Tattoo“ und „Coffin Dance“ verpackt. Das mag vielleicht unpassend wirken, ist tatsächlich aber extrem befreiend, weil hier Textzeilen endlich mal nicht vor tonnenweise kitschigem Pathos und romantischen Verklärungen triefen. Statt sich also in einer bedrückenden Folk-Tradition zu verlieren, schlagen sich ANDREW JACKSON JIHAD mit klugem Witz und Sarkasmus frei und entfliehen mit einem ernsten Grinsen von dem Wahnsinn unserer Existenz – zumindest für die Dauer eines ihrer Songs. Nachdem ANDREW JACKSON JIHAD im Vorjahr FRANK TURNER auf seiner Europa-Tour begleiten durften, kommt Sean Bonette, der Kopf der Band, mit seiner Gitarre unterm Arm wieder über den Atlantik geflogen um seine knartzigen ANDREW JACKSON JIHAD-Songs solo zu spielen. Sollte man nicht verpassen, wenn man auf AGAINST ME!, NEUTRAL MILK HOTEL und/oder CHUCK RAGAN steht.

Do, 21.05.: SEE THROUGH DRESSES / FREIBURG


Einlass: 21:00 Uhr
Beginn: 21:30 Uhr
Eintritt: 8 Euro

In den Neunzigern hätte Sub Pop eine Band wie SEE THROUGH DRESSES ohne zu zögern direkt von der Straße weggesigned. Shoegaze-lastiger Dream-Pop, der so lieblich-zerbrechlich klingt, als wäre Robert Smith himself am Songwriting beteiligt gewesen, reibt sich bei der Band aus Omaha, Nebraska mit hallendem Reverb-Gesang an sprödem Post-Punk und Noise-Gitarren. Anlässlich der ersten Europa-Tour hat sich This Charming Man Records (Die Nerven, Messer, etc.) dieser wunderbaren Truppe und der Veröffentlichung ihrer selbstbetitelten Platte angenommen. Bei TCM-Records haben auch FREIBURG ein zu Hause für “Aufbruch” gefunden. Gütersloh. No future. FREIBURG strecken der German Angst ihren kratzigen Kehlkopf entgegen, zerschlagen mit heulenden Punk-Gitarren Träume aus Eiche Rustikal und heißen so wie die Stadt, die Dirk von Lowtzow zum Ventil für diffus-aggresive Aversion stilisierte. Jens Rachut würde nicken, vielleicht.

Mi, 29.04.: PASCOW / CAVES


Einlass: 20:00 Uhr
Beginn: 21:00 Uhr
Eintritt: 13 Euro VVK / 14 Euro AK – DAS KONZERT IST RESTLOS AUSVERKAUFT

PASCOW gründeten sich vor mehr als 16 Jahren in einem kleinen Örtchen, tief in der pfälzischen Provinz und gehören heute zu den bissigsten Punk-Bands des Landes. Letztes Jahr veröffentlichen PASCOW ihr fünftes Album „Diene der Party“, eine Platte auf der sich eine Menge Unmut in dringlichen Punkrock kanalisiert hat und vor der sich die Presse verbeugte (Album des Monats im Visions Magazin). Nicht zuletzt, weil die vier Dorfpunks sich mit Album Nummer fünf emanzipierten – statt sich wie früher hinter kryptischen Texten und Charles Bukowksi-Zitaten zu verstecken, wird dem deutschem Mief jetzt ganz unverhohlen und unmissverständlich auf die Pelle gerückt und das ohne stumpfe Die-Da-Oben-Parolen zu bedienen. „Die Realität ist Schuld, das ich so bin“ schimpfen PASCOW angesichts von NSU-Terror, katastrophaler Flüchtlingspolitik, adressieren drängende gesellschaftliche Probleme, die in vielen öffentlichen Debatten leider viel zu kurz kommen und rechnen mit der „Merkel-Jugend“ ab. Mit bissigen Zeilen und eigenwilligem Songwriting, das teils komplett auf Refrains verzichtet, brüllen sich PASCOW so den Frust von der Seele und liegen musikalisch irgendwo zwischen OMA HANS, LOVE A, TURBOSTAAT und BLACK FLAG. Nach längerer Live-Pause zieht es PASCOW im Frühjahr 2015 wieder auf die Bühnen. Eines der wenigen Konzerte der „Fluchen und Fauchen“-Tour findet in Darmstadt statt. Als Support konnten CAVES bestätigt werden. Die Band aus England begleitet im April AGAINST ME! auf ihrer Europa-Tour und spielt nebenbei noch eine hand voll DIY-Shows. Das Trio liebt melodischen Punkrock, der von unzähligen „Oooohhhooos“ und „Whooooooohooos“ durchzogen ist. Das klingt rotzig, aber auch putzig. Rumpelt ein wenig Garage-mäßig und ist dabei zum Fäuste-in-die-Luft-recken energisch.

Fr 24.04.: PHANTOM WINTER / ULTHA / DIREWOLVES


Einlass: 21:00 Uhr
Beginn: 21:30 Uhr
Eintritt: 8-10 Euro

PHANTOM WINTER ist der Doom-Metal-Albtraum, emporgestiegen aus der Asche von OMEGA MASSIF. Nach dem Ende von GOLDUST und PLANKS, zwei prägende Bands der deutschen Hardcore-DIY-Szene, fanden sich Ex-Mitglieder in Form von UTLHA wieder zusammen um Black Metal zu spielen. DIREWOLVES – dicker Sound, wummernder Hardcore im Stil von KILLING THE DREAM und dreckig wie ALPINIST.

Mo 06.04.: VIVA BELGRADO / MASKROS


Einlass: 18:00 Uhr
Beginn: 18:30 Uhr
Eintritt: 6 – 8 Euro

VIVA BELGRADO aus Cordoba vereinen die Insentität des Screamo wie man ihn vor allem von RAEIN und LA QUIETE liebt mit flirrenden Post-Rock Gitarren, die einem sonst nur bei THIS WILL DESTROY YOU und EXPLOSIONS IN THE SKY entgegenfliegen. Diese unglaublich großartige Symbiose hat die Band jetzt auf ihrem ersten Album „Flores Carne“ mit einer absolut ergreifenden Atmosphäre eingefangen. Das muss man einfach gehört – und gesehen – haben! Das Matinee-Konzert am frühen Abend werden MASKROS aus Saarbrooklyn eröffnen. Die Band mit Leuten von FUCK, WOLVES wurzelt ebenfalls im Screamo, geht aber mit TOUCHÉ AMORÉ-mäßigem Hardcore-Elementen über das Genre hinaus.

Fr 20.03.: CLASS / FINISTERRE


Einlass: 21:00 Uhr
Beginn: 21:30 Uhr
Eintritt: 6 – 8 Euro

CLASS sind eine neue Band aus Mailand mit Mitgliedern der Hardcore-Band HOLY. Statt Dampfwalzen-Sound gibt’s bei CLASS allerdings flotte, schnelle, kurze Songs. In 12 Minuten reißt die Truppe 12 Stücke runter. Im Frühjahr erscheint die erste 7″ auf Adagio 830. Nach langer Zeit spielen FINISTERRE mit ihrem Crust/D-Beat wieder in Darmstadt. Die Band aus Köln war zuletzt bei unserem Festival 2012 zu Gast.

Fr 13.03.: SALAD DAYS: A Decade Of Punk In Washington DC (1980-90)


Einlass: 20:00 Uhr
Beginn: 20:30 Uhr
Eintritt frei
Ort: Zucker

„Those fucking people changed my life!“ fährt es Dave Grohl, dem Rock- Messias des 21. Jahrhunderts, mit großen Augen über die Lippen als er sich an die Punk- und Hardcore-Szene in der US-Hauptstadt in den Achtzigern und Neunzigern erinnert. Eben dieser einzigartigen und für die Musikwelt bis heute bedeutenden Szene widmet sich der neue Dokumentarfilm „Salad Days: A Decade Of Punk In Washington DC (1980-90)“ und versucht sich dem Urknall für eine Bewegung zu nähern, die bis heute nachwirkt.

Die Regisseure Scott Crawford und Jim Saah beleuchten die Wurzeln einer Szene um ikonische Bands wie MINOR THREAT, BAD BRAINS, RITES OF SPRING und FUGAZI. Damals als plötzlich Platten ohne Major-Labels veröffentlicht ,Touren auf eigene Faust ohne Agenturen gebucht wurden und ein ganz neuer, roher Sound geprägt wurde, der sogar (ungewollt) zum Nährboden für die explosionsartige Popularität des „Alternative Rock“ Anfang der Neunziger avancierte. Dabei versuchen die Filmmacher vor allem die Frage zu beantworten was aus den Protagonisten dieser (ehemals) unermüdlichen DIY-Szene geworden ist, deren Spirit unbändige jugendliche Energie, aber auch ein fester Glaube an Ideale war – „Was bleibt vom Punk, wenn sie die Wut verliert?“

Salad Days trailer from Clean Cuts & Cerebral Lounge on Vimeo.

Sa, 21.02.: SPORT / THE KIDS CRUSADE / SANDLOTKIDS


Einlass: 21:00 Uhr
Beginn: 21:30 Uhr
Eintritt: 7 – 9 Euro

SPORTs ungezügelte Euphorie strahlt einem schon auf dem Plattencover entgegen. Die gutgelaunten Punks aus Lyon sind gerade so etwas wie die Band der Stunde – auch wenn das weder sie selbst, noch die, die sie feiern so formulieren würden. Endlich wieder mal eine Band, die so überschwänglich wie zu HOT WATER MUSICs besten Zeiten, mehrstimmige Hymnen krächzt, das aber nicht in lakonischen 1000er Hallen tut, sondern dort wo Punk schon immer hingehört hat: in den Keller, auf Augenhöhe. Während die Heroen aus Gainsville mittlerweile in musikalischer Lethargie irren, tourten SPORT mit DIY-or-die-Mentalität um den Globus. Mit eher leichtfüßigen als ruppigen Gitarren und vom 90er-Emo inspirierten Texten – CAP’N JAZZ und BRAID grüßen – verwandeln SPORT sogar Bedrückendes und nostalgische Sehnsüchte in hemmungsloses Fäuste-Recken. Flankiert wird die PMA-Express aus Lyon von THE KIDS CRUSADE und den SANDLOTKIDS. THE KIDS CRUSADEs gruniger Punk mit NIRVANA-no-future-Gesang suhlt sich in schrammeliger Lo-Fi-Ästhetik, ganz so wie Blake Schwarzenbach damals mit JAWBREAKER! Der Kontrast: SANDLOTKIDS. Die Münchener klopfen ganz bewusst und souverän an der Pop-Pforte. Vier junge Boys, die auf GET UP KIDS stehen, und irgendwie klingen als würden COLDPLAY ihr erstes Demo nochmal auskramen. Keine Ahnung wie man das nennt: Emo-Alternative-Rock – in gut.