Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Di 24.11.: DIE NERVEN / LEVIN GOES LIGHTLY


Einlass: 20:00 Uhr
Beginn: 20:30 Uhr
Eintritt: 10 Euro

Das muss man erst mal schaffen: Mit Musik, die „einfach hart ficken“ soll, so die ungezügelte Eigenaussage der Band, ist es Julian Knoth, Max Rieger und Kevin Kuhn gelungen, dass sich die Kultur-Elite des Landes vor drei desolat lärmenden Stuttgartern verbeugt. Christian Ihle von der taz sieht in der Band Die Nerven die „beste Liveband des Landes“ und der Typ vom Spiegel kürte „Fun“, das Zweitwerk des Trio aus dem Vorjahr, zu einer „der wichtigsten und besten deutschsprachigen Platten dieses Jahrzehnts“ und verneigt sich vor Zeilen, die mit immanenter Verzweiflung, Wut, Abscheu und lethargischer Ablehnung („Du suchst ein neues Hobby? Drück Heroin.“) nichts anderes als Eskapismus formulieren. Mit unbequemen, splitterhaften, schroffen und hypnotischen Rhythmen beschwören Die Nerven eine Flucht aus zerschundenen Zuständen, hoffen in einer „Welt aus Cellophan“ „nur eine Minute schweben“ zu können und sind getrieben von der diffusen Gewissheit den Unzumutbarkeiten letztendlich doch zu erliegen: „Das Glück ist Weg. Die Feinde nicht“. Im Herbst erscheint mit „Out“ das dritte Album der Band Die Nerven über Glitterhouse Records. Konsequenter und dringlicher wurden die Blaupausen von Punk und Noise, von Sonic Youth und Fehlfarben bisher nicht interpretiert. Unterstützt von ihren Freunden Levin Goes Ligthly aus Stuttgart, einer New Wave/Pop-Hommage an David Bowie und The Cure, spielt die Band in Darmstadt ihr einziges Rhein-Main-Konzert der dreiwöchigen Release-Tour.

Fr 20.11.: CLASS / WWOUNDS / ROBOTNIK


Einlass: 21:00 Uhr
Beginn: 21:30 Uhr
Eintritt: 6-8 Euro

Wer PUNCH vermisst, kann jetzt einfach CLASS hören. Die Band mit Menschen von HOLY liebt schnelle, ruppige Songs und schrillen Hardcore-Punk. Voll auf die Zwölf. Demnächst erscheint eine 7″, die sich die Truppe mit ASID BATERI teilt, ‘ner neuen Band mit Leuten von LOMA PRIETA. Das hat auch schon bei CAUSE FOR ALARM und CHAIN OF STRENGTH verdammt viel Spaß gemacht. Ebenfalls aus Mailand, ebenfalls mit Leuten von HOLY an den Instrumenten: WWOUNDS. Dreckig, schnell, geil! Den Anfang machen ROBOTNIK. Die Darmstädter Krach-Maschine hat es nach 10 Jahren tatsächlich geschafft noch ein Album zu veröffentlichen.

Mi 11.11.: LORRAINE / COOL LIVING


Einlass: 21:00 Uhr
Beginn: 21:30 Uhr
Eintritt: 6-8 Euro

Einfach ausgedrückt: Post-Punk und so viel mehr. Ultra tighte Musiker machen ultra tighte Musik. Schwer zu beschreiben, deswegen schaut euch einfach das unten stehende Video an. Die Buben aus Wien sind in Darmstadt gern gesehene Gäste und wir freuen uns immer wieder, wenn sie uns besuchen! Super neu und super gut und aus super Mainz. Mega Emo, ultra Indie, hyper Punk und zurückhaltend cool. Was braucht man mehr um mit einem warmen Herzen und breitem Grinsen wippend in der ersten Reihe zu stehen? Die haben genug Sommer dabei, damit wir über den Winter kommen.

Fr, 30.10.: BROKEN WATER / KARIES / SHADOWHOUSE


Einlass: 21:00 Uhr
Beginn: 21:30 Uhr
Eintritt: 8-10 Euro

BROKEN WATER aus Olympia, Washington – auch eine dieser Städte, die vor irre guten Bands nur so platzt: SLEATER-KINNEY, RVIVR, BIKINI KILL, und, und, und – suhlen sich in ihren Stücken in melodisch-sphärischem Dream-Pop. Dass die Songs des Trios mit ausgeprägtem Hang zu Shoegaze jedoch dreckiger und spröder als SLOWDIVE und BEACH HOUSE klingen, mag an der Grunge-Affinität, der Tatsache, dass Steve Fisk (NIRVANA, SOUNDGARDEN) das aktuelle Album „Wrought“ aufgenommen hat oder auch, dass Lori Goldston von den Drone-Ikonen EARTH auf eben dieser Platte zu hören ist, liegen. Nach Veröffentlichungen auf Sub Pop Records, ist „Wrought“ jetzt via Adagio830 endlich auch in Europa erhältlich – pünktlich zur Tour, die auch in Darmstadt Halt macht. Begleitet werden BROKEN WATER dabei von zwei nicht weniger herausragenden Bands: KARIES teilen sich mit DIE NERVEN nicht nur die Herkunft Stuttgart, sondern auch den Schlagzeuger, das Label This Charming Man Records und den Drang harsche Realitäten mit kantigem Post-Punk zu vertonen. Bei SHADOWHOUSE hingegen weichen Sturm und Drang düsterem, langsam waberndem Dark-Wave. Die Post-Punk-Band aus Portland, Oregon hat sich ganz Kajal, BAUHAUS, JOY DIVISION und THE CURE verschrieben – und das klingt großartig!

Sa 24.10.: MILEMARKER / SLEEP KIT


Einlass: 21:00 Uhr
Beginn: 21:30 Uhr
Eintritt: 8-10 Euro

Milemarker sind zurück. Die Post-Hardcore-Ikone der End-Neunziger aus Chicago spielt diesen Herbst ihre erste Tour seit sieben Jahren. In Fast-Original-Besetzung – einzig am Schlagzeug sitzt jetzt neu Manuel Chittka, sonst Perkussionist bei der Gruppe Messer – wurde sogar ein neues Album eingespielt, das so gut wie im Kasten ist. Um die Jahrtausendwende sprengten die 1997 gegründeten Milemarker auf ihren Platten das Korsett des Hardcore mit Experimenten aus Wave und Elektro, spielten explosive Konzerte mit abenteuerlicher Instrumentierung (zwei Schlagzeuge, Streicher, mehrere Synthies), veröffentlichten Alben auf ikonischen Labels wie Jade Tree Records (Fucked Up, Hot Water Music, Jets To Brasil) und tourten auf Augenhöhe mit The Yeah Yeah Yeahs, Cave In und The Hives. Damals, wie heute gilt: wer At The Drive-In und Blood Brothers sagt, muss auch Milemarker rufen! Auch wenn Sleep Kit im Vergleich den Altersdurchschnitt auf der Bühne fast halbieren werden, pflegt das Trio ein ausgeprägtes Faible für Neunziger-Ästhetik. Die drei Bengel aus der Grenzregion um Aachen touren anlässlich der Veröffentlich ihres neuen Albums „II“, der zweiten Platte auf Big Scary Monsters. Ja genau, das ist das Label, das auch schon die LPs Eurer Lieblingsbands La Dispute und Gnarwolves ins Presswerk geschickt hat. Sleep Kit wühlen sich wie gewohnt in einem schummrigen, schrammeligen Emo-Rock, der an Weezers beste Zeiten, Jawbreaker und Modest Mouse erinnert. Voll gut!

Do 01.10.: MILE ME DEAF / VAGUE


Einlass: 21:00 Uhr
Beginn: 21:30 Uhr
Eintritt: 8 Euro

Mile Me Deaf – eine Band wie keine andere. Hinter dem Projekt, das in den letzten zehn Jahren fast alle zwölf Monate ein neues Album veröffentlichte steckt ein kleiner, genialer Tausendsassa aus Wien: Wolfgang Möstl. Auch die neuste Platte „Eerie Bits Of Future Trips“ hat das Mastermind im Alleingang komponiert und eingespielt. Zum Einsatz kamen dabei wiedermal mehr Instrumente als jeder Proberaum fassen kann. Zu hören sind E-Gitarren, Synthesizer, Samples, Kinder-Keyboards, Sound-Collagen aus Tierlauten, Handyaufnahmen und fern hallenden Stimmen. Die rauschhaften, experimentierfreudigen Pop-Stücke zwischen Psychedelic, Grunge, Shoegaze und Noise, zwischen Velvet Underground, The Flaming Lips, Notwist und Mac DeMardco sind im Grunde ein einziger, wilder Trip durch unsere Rock-Pop-Kultur. Live wirbelt sich Möstl mit den Buddies seiner Zweitband Sex Jams durch diesen brodelnden Lo-Fi-Schmelztiegel voller Harmonien, verspielter Klänge und quirligen Beats. Ebenfalls aus Wien sind, ebenfalls mit Platte auf Siluh Records: Vague. Vague gleiten in ihren Stücken ganz geschmeidig durch verschwommene Erinnerungen an The Cure und Joy Division. Klirrende Post-Punk-Gitarren schneiden sich durch lethargisch-melancholischen New Wave der Achtziger und aus der Ferne hallendenden, sanften Gesang.

Sa 12.09.: TELEDROME / FUTURE PUNX / UFOSEKTE


Einlass: 21:00 Uhr
Beginn: 21:30 Uhr
Eintritt: 8 Euro

Bewaffnet mit gleich zwei Synthesizern sind Teledrome eine großartige Hommage an das New York der Achtziger Jahre, Neonfarben, Bands wie Blondie und aufdringliche Föhnfrisuren. Hervorgegangen sind Teledrome aus Calgary, Kanada aus der Garage-Rock-Kombo The Cryptomaniacs und vereinen düsteren Post-Punk-Spirit mit herrlich tanzbarem Kaugummi-Pop. Hier trifft wabernder New Wave, der Bands wie New Order groß werden lies auf Electro-Pop-Pionier Gary Numan – Anachronismus klang selten so verdammt gut. Mit ihrem Langspieler, der nicht nur schrecklich schön aus der Zeit gefallen, sondern von vorne bis hinten ein einziger Synthie-Ohrwurm ist, lassen Teledrome jetzt auf ihrer ersten Europa-Tour auch in Darmstadt die Keyboardtasten glühen. Ähnliche Klanggefilde erkunden auch Ufosekte. Die Band um ehemalige Mitglieder der Hardcore-Punk-Truppe Snob Value hat die zweite Gitarre ebenfalls gegen ein elektronisches Tasteninstrument getauscht. Und Breaking News: Vor wenigen Tagen erreichte uns die Meldung, dass FUTURE PUNX mit ihrer Zeitmaschine aus dem New York der Zukunft in Europa gelandet sind. Die Band aus dem Dunstkreis der Indie-Götter PARQUET COURTS veröffentliche gerade ihre erste LP “This Is Post-Wave” via Adagio830/Dull Tools – der reinste Post-Punk-Synthie-Trip – und spielt kurzer Hand auch noch in Darmstadt.

Do, 03.09.: SOLIDS / RAT COLUMNS


Einlass: 21:00 Uhr
Beginn: 21:30 Uhr
Eintritt: 8 Euro

Den Vergleich mit dem Post-Punk-Duo NO AGE, die mit ihrer grandiosen Platte „An Object“ (Sub Pop) große Welle machten, drängt sich bei SOLIDS förmlich auf, handelt es sich bei der kanadischen Band auch um eine Zwei-Mann-Rumpel-Combo. „Blame Confusion“ heißt ihr Album, das nach mehreren DIY-Platten auf Fat Possum und Dine Alone Records erschienen ist. Zwei herausragende Labels, deren bisherige Verpflichtungen sich mit ADAM GREEN, BAND OF HORSES, JAGUAR LOVE, DINOSAUR JR. und SWERVEDRIVER sowie unzähligen anderen Kapellen nicht nur wie ein Who-Is-Who des Indie-Rock lesen, sondern auch als treffend scharfe SOLIDS-Referenzliste herangezogen werden können. Besser als mit Jay Mascics und Co. lässt sich der herrlich noisige, dezent scheppernde, aber immer geschmeidige und melodische Sound, den SOLIDS aus ihrem reduzierten Arrangement locken kaum beschreiben. Träumerisch und zugleich etwas ruppig, schroff und irgendwie flauschig – am besten bringt es wohl das englische Adjektiv „fuzzy“ auf den Punkt. Es ist wirklich ein großartiger Schmelztiegel aus JAPANDROIDS, SONIC YOUTH und so ziemlich allem was seit den Achtzigern unter dem Banner von Post-Punk, Rock und Noise Aufsehen erregte, den Xavier Germain Poitras und Louis Guillemette mit „Blame Confusion“ auf Band verewigen. Begleitet wird das Duo an diesem Abend von den australischen RAT COLUMNS. Die Post-Punk-Band ist mit ihrer neusten EP „Do You Remeber Real Pain“ ganz dem Shoegaze-Pop-Faible verfallen: Klirrende Gitarren-Dream-Pop-Melodien treffen auf herzlich-melancholischen Gesang. Zum dahinschmelzen!

Do 06.08.: LOMA PRIETA / DANGERS / SWAIN / NERVOUS


Einlass: 20:00 Uhr
Beginn: 20:30 Uhr
Eintritt: 10 Euro

Die Band ist benannt nach einem der heftigsten Erdbeben, die San Francisco jemals erschütterten – und so klingt sie auch. LOMA PRIETA reizen die Grenzen dessen, was als selbst in einem ohnehin harschen Hardcore-Punk-Kosmos als „Musik“ verstanden werden kann radikal aus. In einem Interview bemerkte Gitarrist Sean, dass ihn insbesondere der progressive Gedanke von Noise-Rock-Bands wie SONIC YOUTH faszinieren und so hat das Quartett aus der ikonischen Bay-Area im Herzen Kaliforniens seine Sreamo-Wurzeln längst hinter sich gelassen. Diese sind einem temporeichen, unberechenbaren, kratzigen Rauschen von fiependem Feedback, hallenden Reverb-Gitarren und wahnsinnigen Blast-Beats gewichen, die nur vereinzelt von hellen, melodischen Momenten gebrochen werden. Kein Wunder, dass sich Deathwish, das Label des CONVERGE-Sängers Jacob Bannon, dieser Band angenommen hat. Die Tourkollegen DANGERS sind nicht weniger intensiv. Vor allem aber sind DANGERS angepisst. Als hässlicher Spiegel des American Dreams keift sich der rohe Hardcore-Sound der kalifornischen Kapelle mit einer kathartischen Wut und den wahrscheinlich reflektiertesten Texten des Genres gegen die irre Wirklichkeit der „Western World“. Gegen apathische, eklektische Lebensweisen stemmen sich auch SWAIN, die bis vor Kurzem noch unter dem THIS ROUTINE IS HELL firmierten. Vergleichbar mit den frühen CEREMONY ist SWAIN’s „Howl“ eine rasante Aneinanderreihung grooviger Hardcore-Punk-Songs – eine der besten Live-Bands Europas! NERVOUS’ Leitspruch lautet: „Hate For Police. Love For Oakland lautet“. Klasse Lo-Fi-Punk-Trio mit Ex-Mitgliedern von Bands wie BIG KIDS, LEWD ACTS und LOMA PRIETA. Ganz ehrlich: wenn Ihr dieses Jahr nur ein Hardcore-Punk-Konzert besuchen könnt, aus welchen Gründen auch immer, dann ist es dieses.

Sa 18.07.: FOOTBALL ETC. / CARSON WELLS / CAVALCADES


Einlass: 21:00 Uhr
Beginn: 21:30 Uhr
Eintritt: 7-9 Euro

Es kann kein Zufall sein, dass FOOTBALL ETC. aus Houston, Texas stammen. Der Stadt in der Mitte der Neunziger bereits MINERAL zusammengefunden haben. Ja genau, die MINERAL, die 1997 mit „The Power Of Failing“ eine der Konsens-Platten ablieferten mit einem Sound, der in den folgenden Jahren durch die Decke gehen sollte und beeindruckende Karrieren wie die von SAVES THE DAY, SUNNY DAY REAL ESTATE und TEXAS IS THE REASON nach sich zog. Zurück Houston: „The Power Of Failing“ glänzt mit ergreifenden Songs zwischen Wehmut und Verzweiflung und kann zweifelsfrei als Referenz für FOOTBALL ETC. herangezogen werden, die mit ihrem klaren und eingängigen Sound auch in Richtung verträumten Indie à la DEATH CAB FOR CUTIE schielen. Die Band um Bassistin Mercy Harper und Gitarristin Lindsay Minton, die mit ihrer zarten Stimme den zauberhaften Gesang beisteuert, veröffentlichte gerade ihre neue EP „Disappear“ auf dem beliebten Szene-Label Count Your Lucky Stars. Zu dem Trio aus Texas gesellen sich an diesem Abend zwei Post-Hardcore/Emo-Core-Bands aus dem schottischen Aberdeen mit Platten auf Adagio830 bzw. I.Corrupt Records: die vertrackten CARSON WELLS und die knuffigen CAVALCADES.