Archiv für Juni 2014

Mi 23.07.: HOLY // TØRSÖ // WITHERS


Einlass: 21:00 Uhr
Beginn: 21:30 Uhr
Eintritt: 7-9 Euro

Beim Gedanken an die italienische Band HOLY dürften manchem noch die Ohren vom diesjährigen AYC-Festival klingeln. Ein astreiner Abriss war das! Düsterer D-Beat Hardcore, der 90er-Mosh (STRIFE) und atemlosen Powerviolence (INFEST) zusammenbringt. Endlich mal wieder eine Band, die dem kathartischen Element des Hardcore gerecht wird, ganz ohne dicke Backen, aber dafür mit gnadenloser „Humanity-Is-Evil“-Attitüde. Grund für den wiederholten Besuch der Mailänder ist die Tour der All-Star-Truppe TORSÖ, die sich den Schlagzeuger mit HOLY teilt und auch sonst ziemlich hochkarätig besetzt ist. Mit Stammpersonal von PUNCH, NEIGHBORHOOD BRATS und RITUAL CONTROL liest sich die TORSÖ-Besetzung wie das Who-Is-Who der aktuellen Bay-Area Punk und Hardcore Szene, dem bis heute relevanten Epizentrum des US-amerikanischen Hardcore. Weniger Lo-Fi-Schrammel-Punk sind WITHERS. Das was die Österreicher zusammenknüppeln kommt verdammt nah (und gut!) an chaotischen metallischen Hardcore im Geiste von Bands wie CAVE IN und CONVERGE ran. Die LP der Linzer kam u.a. auf Adagio830 und Per Koro (klar), eine Split 7“ mit MNMNTS kürzlich via Fear Of Heights.

Fr 27.06.: GOODTIME BOYS // FJØRT // WE HAD A DEAL // I RECOVER // PERFECT YOUTH


Einlass: 21:00 Uhr
Beginn: 21:30 Uhr
Eintritt: 7-9 Euro

Irgendwie schon verwunderlich, dass GOODTIME BOYS auf dem Bostoner Hardcore Label Bridge 9 gelandet sind, das mit den Walisern erstmals eine europäische Band unter Vertrag genommen hat. Finden sich im Roster des Labels neben SXE-Ikonen wie HAVE HEART und CHAMPION auch dickbackige Boller-Bands wie AGNOSTIC FRONT, ist es ist es wohl vor allem dem Erfolg von Bands wie DEFEATER anzurechnen, dass die erste Kapelle vom alten Kontinent im Roster auch noch so eine Emo-Core-Combo ist. Statt dicker Hose setzten GOODTIME BOYS auf Mid-Tempo Songs, die sich seit ihrer Gründung 2010 zum europäischen Ableger von Überfliegern wie LA DISPUTE und TOUCHÉ AMORÉ mauserten. Nach verschiedenen EPs und einer Split mit der Ausnahme-Band SELF DEFENSE FAMILY ist jetzt die erste LP der Briten erschienen. „Rain“ schwankt zwischen sanftmütigen Melodien, Spoken-Word ähnlichem Gesang und einer unterschwelligen Aggression, die sich in emotionsgeladene Stücke kanalisiert. Ähnlich könnte auch der melodische Hardcore der schwäbischen WE HAD A DEAL umschrieben werden. Deren Platte „Dialectics“ ist dank stechendem Screamo-Gesang (ORCHID, RAEIN, YAGE) und verdammt geschickten Songwriting, das alle Stücke in einen dramaturgischen Spannungsbogen rahmt, atmosphärisch und ergreifend. FJØRT sind gerade auf dem besten Weg the-next-big-thing zu werden. Im Frühjahr erschien ihr Debut “D’accord” auf This Charming Man Records, einem der spannendsten (neuen) Labels hierzulande (DIE NERVEN, KADAVER, MESSER, TIDAL SLEEP etc.). Im Vergleich mit ihren Labelkollegen sind FJØRT sicherlich die brachialste Band aus dem TCM-Dunstkreis. “D’accord” ist ein wuchtiges Album. Hardcore mit Wurzeln in einer Szene, die sich als Gegenkultur versteht und ganz ohne pathetischen Kitsch zutiefst emotional klingt. Das muss man mit deutschen Texten erst mal schaffen. Ähnlich geschickt schafften es außer TURBOSTAAT nur wenige Bands Wut ähnlich dringlich in ihrer Muttersprache in Worte zu fassen. I RECOVER sind eine neue HC-Secret-Supergroup mit Menschen von PUNCH, BLANK und KUMULUS. Hinter PERFECT YOUTH verbirgt sich der MNMNTS-Sänger auf Solopfaden. Der Singer-Songwriter spielt ein Akustik-Set im Kaminsaal.